BITTEDu
bist beste, du bist feine.
Deine
Haare, deine Füße,
Deine
Augen will ich küssen.
Ich
mag deine süße Finger,
Ich
mag deine andre Dinger:
Schönes
Lächeln, helle Schritte…
Mag
mich auch! Bitte, bitte!
2005
Es trieb mich
die kopfschwindelnde
Strömung
ihrer Küsse.
Och stieg hoch
auf den Kamm wütender Wellen
und fand mich wieder
an Fern hinter der Schwelle liegender Orte
zum Schwimmen bestimmt von jemandem.
Ich stürzte manchmal
in den tollkühnsten Abgründen
ihres unerschöpflichen,
- wie es mich damals dünkte -
Ozeans...
Bis ich fast ertrank.
Nun selten nur
Und ohne sonderbares Vergnügen
Leiste ich mir
Vorsicht an die Wasserkante zu kommen
Und mit den Füssen zu plantschen.
1989
OB ES MÖGLICH IST?
Ob man fordern kann
von den fernen
Sternen,
dass die uns
aufwärmen?
Ob man erbitten kann,
den Grabstein,
dass er uns Labung
bringen würde?
Warum denn
glauben wir
denjenigen,
die aus ihrer Lüge
nutzbringendes
Handwerk
ihnen zuliebe
gemacht haben?
Und erwarten von
ihnen
Etwas heiliges und gutes,
nachdem sie Ruhm
erlangten
durch Taten
töricht und
schmutzig.
1989
Auf der salzigen Lippe
von Myriaden
geflochtenen Sandkörnern
zerfloss
zitterndes,
buchstäblich
geschält von der Schale
rohes Ei,
Gelee
Von der Qualle:
projizierend in sich selber
Geburt und
Dämmerung
der Welt
zugleich.
1996
DIE ZUGEHÖRICHKEIT
Genießend
Die Zugehörigkeit
Habe ich Berührungsängste,
wegen Überdruss.
1996
Ich stimmte die
Saiten des Regens
nach der Tonart
drohender Donner,
aus Wolken schaffte
ich die Dekoration,
das Licht – aus den ganzen
Donnerblitzen,
als Souffleur
dienten mir die Winde,
als Metronom – die
Schläge der Tropfen!
Und zitternd, durch
und durch nass, spielte ich,
schüttelte ich das
Wasser aus meinen Schuhen,
Und sagte die Welt:
„Es gibt keine schönere Stücke
über die himmlische
Stille und Sonne!“
1997
Baumwollegleicher,
dicker Nebel
Quillt zwischen den kargen Baumblätter,
Taut wie Regen aus
Tränen.
1999
Du begehrst die
Weisheit
Und weißt nicht,
dass unweit die Liebe
verweilt. (bummelt)
1999
Hauptsache – die Lüge nicht ausdenken.
Hauptsache – in ihr glauben
und machen die eigene Wahrheit daraus.
1999
Weder Schneebälle,
noch Schneeburgen,
noch Eislaufschuhe
und keine
Schneemänner,
weder Eisfiguren,
noch Schlitten und
Ski,
und... kein Lachen –
bloß Schneeloser
Winter.
2000
Leise, hell und freudig
Deckte der Schneefall
Die völlig gelöste Erde...
2000
In der schwüle des Mittags ist der Fluss
- wie bestreut mit Schnee -
Leicht vom Blütenstaub des
Pappel.
2000
Der Pokal ist vergiftet!
Aber trinken bis zum letzten Tropfen
Ist mein vorausbestimmtes Los...
2000
HÖLLE
Die Seele ist bereits bestraft dadurch,
Dass sie Niedersame
Bis zum Niveau des Menschen.
2001
Den blauen stolzen Pfau
mit gelb-erbleichtem Auge,
uns vor den Augen hat man verwandelt
in rosa-junglinghaftem
Flamingo.
2001
Sowie die Sonne plusgeladen ist,
und der Mond durch minus,
So ist der Mondsichel ein Symbol für Minus,
Und das Kreuz – wohlbemerkt!
–
Ist daher ein Symbol für Plus!
Sowohl in der Seelenrettung, als auch der –
Reinigung
Gibt es zwei Pole, zwei Begriffe:
So verhilft einigen zum Emporsteigen – die
Nächstenliebe,
Anderen wiederum – Dzhihad
mit den Nichtgläubigen.
2002
* * *
Nicht ganz die Erwartete
ließ sich unterm Hochzeitschleier erblicken –
voreilig war er
* * *
Nicht eingeladen wird Muse
die Stille zu stören –
faul und satt bin ich
* * *
Demütig leuchtet
der Schimmer des vergangenen Tages
im Laufe des Jahrhunderts